Interview-Reihe 10 Fragen an… Christine Reith
Texter und Talente

Interview-Reihe "10 Fragen an..." Christine Reith

Die Herzblutdienstleisterin

Im zweiten Teil unserer Interview-Reihe “10 Fragen an…” gibt uns heute Christine einen kleinen Einblick in ihre persönliche Texter-Welt. Freuen Sie sich auf ein herrlich sympathisches Interview mit einer sehr vielseitigen und charismatischen Texterin…

 

 


Christine Reith fraureith

1. Christine, wie bist Du zum Texten gekommen?

Dinge in Worte zu packen, fiel mir schon immer leicht. Und überhaupt Wörter, Texte und Literatur – das war immer meins. Nach meinem Germanistikstudium bin ich durch Zufall in der Öffentlichkeitsarbeit von dm-drogerie markt gelandet. Was für ein Glück! PR ist lebendig, vielfältig und passt zu meiner Leidenschaft fürs Schreiben. Ich absolvierte ein Volontariat in einer PR-Agentur, stieg als PR-Redakteurin ein, wechselte als Texterin und Kontakterin in eine Werbeagentur und 2010 in die Selbstständigkeit. Unter dem Namen fraureith Büro für Text und PR gehört es seitdem zu meinem Tagesgeschäft, die Botschaften meiner Kunden zu extrahieren und in Texte zu verpacken, die gerne gelesen werden. Einen schöneren Job kann ich mir nicht vorstellen.

2. Was macht Dir bei Deiner Arbeit die meiste Freude?

Wie viele Stunden Zeit habe ich, um diese Frage zu beantworten;-)? Da ich auf keine bestimmte Branche spezialisiert bin, ist meine Arbeit extrem abwechslungsreich. Ich bin permanent mit neuen Themen konfrontiert und schreibe für die verschiedensten Medien – vom Blog über Social Media bis zum Kundenmagazin oder Pressemitteilungen. Letztens habe ich sogar eine Brötchentüte betextet. Viel Freude bereitet es mir, meine Kunden konzeptionell zu begleiten und in Kommunikationsfragen zu beraten. Besonders sinnstiftend finde ich meine Tätigkeit im Bereich Leichte Sprache. Komplexe Texte so herunterzubrechen, dass selbst Menschen mit geistiger Behinderung sie gut verstehen, ist ein wichtiger Beitrag zu Inklusion und sozialer Teilhabe.

3. Was sind die größten Herausforderungen?

Was mir als Freiberuflerin im Homeoffice wirklich fehlt, sind Kolleginnen und Kollegen. Vor meiner Selbstständigkeit habe ich in Agenturen gearbeitet und es dort immer sehr genossen, mich mit anderen auszutauschen, Projekte gemeinsam zu stemmen und voneinander zu lernen. Seit der Gründung von fraureith wuppe ich alles alleine, daher ist der fachliche und menschliche Austausch meine größte Motivation, bei „Texter und Talente“ mitzumachen.

4. Um welche Texte oder Projekte kümmerst Du Dich am liebsten?

Ich liebe es, mich in neue Themen, Kunden, Branchen einzuarbeiten. Gleichzeitig genieße ich die Zusammenarbeit mit Stammkunden, für die ich zum Teil seit sieben oder zehn Jahren tätig bin. Da braucht es keine große Absprache oder ausführlichen Briefings mehr und alle Beteiligten wissen, wie der Hase läuft.

5. Bei Texter und Talente wirst du die „Herzblutdienstleisterin“ genannt. Wie kam es dazu und was bedeutet der Nickname für Dich?

Ich komme aus der Agenturwelt und war dort nicht nur Texterin, sondern auch Kontakterin. An dieser Schnittstelle zwischen Kunde und Kreation/Grafik habe ich meine Fähigkeiten als Dienstleisterin entdeckt und trainiert. Ich höre zu, denke mit, nehme Arbeit ab, schaffe Lösungen, bin unkompliziert in der Zusammenarbeit und bringe Projekte voran. Für meine Kunden wertvolle Skills.

6. Woher nimmst Du Deine Ideen?

Die entstehen vor allem im Zusammenspiel und Austausch mit meinen Auftraggebern und eventuell beteiligten Dritten, wie Werbeagenturen oder freien Grafikern, sowie natürlich durch die Recherche oder Gespräche mit anderen Experten.

7. Welche Bücher, Podcasts oder Blogs inspirieren dich?

Beruflich schaue oder höre ich regelmäßig rein bei zum Beispiel der Wiener Texterin Lilli Koisser, Eine Stunde was mit Medien von Dlf Nova, Besser schreiben! oder Mompreneurs. Privat habe ich immer wieder andere Themen, die mich einnehmen und begeistern. Aktuell zum Beispiel finanzielle Bildung (Madame Moneypenny, Finanzrocker…), Nachhaltigkeit oder Persönlichkeitsentwicklung (Laura Malina Seiler, Stefanie Luxat…). Mit großem Respekt für ihre herausragende Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis höre ich zur Entspannung den Podcast ZEIT Verbrechen von Sabine Rückert. Und ich habe fast alle Folgen von 180 Grad von betterplace.org gehört über Menschen, die ihr Leben komplett verändern, um sich für etwas Gutes einzusetzen – wahnsinnig beeindruckende Geschichten!

Christine Reith Fotoshooting

8. Welche Visionen hast Du für Dein Unternehmen?

Schneller, höher, weiter ist nicht mein Ding. Mir geht es mehr und mehr um Qualität sowie Sinn- und Werthaftigkeit. Ich freue mich, dass ich mir mittlerweile – anders als am Anfang meiner Selbstständigkeit – meine Kunden und Projekte genau nach solchen Kriterien aussuchen kann. Perspektivisch möchte ich deswegen auch den Bereich Leichte Sprache ausbauen.

9. Welche Pläne hast Du konkret noch für dieses Jahr?

Corona hat einen ziemlichen Strich durch meine Pläne für 2020 gemacht – privat wie beruflich. Die Kinderbetreuung ist von heute auf morgen über Monate weggefallen, obwohl ich sonst ein großartiges familiäres und soziales Netz habe. Gleichzeitig hat sich auf Kundenseite einiges verändert, viele Unternehmen sind zurückhaltend und verunsichert durch die schlechte Wirtschaftslage. Konkrete Pläne habe ich da erstmal hintenangestellt. Jetzt – wo Schule und Kita wieder geöffnet haben – geht es darum, meine Kunden flexibel dabei zu begleiten, in die Normalität zurückzufinden und ihre Sichtbarkeit wieder zu erhöhen.

10. Wo trifft man Dich, wenn Du nicht am Schreibtisch sitzt?

Auf jeden Fall selten zuhause;-). Als Ausgleich zum Homeoffice bin ich in meiner freien Zeit so viel wie möglich draußen oder mit anderen Menschen zusammen. Ich treffe Freunde, gehe laufen oder bin mit Kind und Kegel in der Natur. Während des Lockdowns habe ich die Rhön ganz neu für mich entdeckt und mich richtig verliebt in die Schönheit unserer Heimat. Eine echte Kraftquelle ist für mich Ashtanga-Yoga – ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

 


Headerbild von NikolayFrolochkin auf Pixabay