Interview-Reihe 10 Fragen an… Stani Tellow
Texter und Talente

Interview-Reihe "10 Fragen an..." Stani Tellow

Der Konzeptioner

Ein 30 Jahre alter Mazda fährt vor. Daraus entfaltet sich ein 1,98 Meter großer Typ mit Sonnenbrille. Von der Rückbank springt ein aufgeregter Eurasier namens Aramis auf mich zu und schnüffelt freudig umher. Unser Konzeptioner Stani ist bereit, sich im vierten Teil unserer Interview-Reihe den berüchtigten zehn Fragen zu stellen.

 

 


Konzeptioner Stani Tellow im Interview bei Texter und Talente.

1. Stani, wie bist Du zum Texten gekommen?

Schon in der Grundschule habe ich meiner Oma erzählt, dass ich später mal Schriftsteller werden möchte. Doch statt Romane schreibe ich heutzutage spannende Geschichten für meine Kunden.

Zunächst führte mich mein Weg zur Bühne, als ich mit 17 Jahren mein erstes abendfüllendes Theaterstück für die örtliche Jugendgruppe verfasste, das kurz darauf in einem Verlag erschienen ist. Nach dem Studium der Kultur- und Medienwissenschaften habe ich einen Trainee-Platz als Redakteur ergattert – und bin in die Welt des Online-Marketings eingetaucht.

2. Was macht Dir bei Deiner Arbeit die meiste Freude?

Wenn Kunden mit meiner Arbeit zufrieden sind. Das klingt jetzt nach einem Klischee, doch als Texter im Homeoffice habe ich keinen Chef und keine Kollegen, die mir positives Feedback geben können. Deshalb springe ich immer vor Freude im Dreieck, wenn mich ein Kunde für einen guten Text oder eine tolle Idee lobt.

Und natürlich loben wir uns bei Texter und Talente auch gegenseitig für gute Arbeit, so macht das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß.

3. Was sind die größten Herausforderungen?

Bei meinen Kunden das Bewusstsein für guten Content schaffen, der wirklich was bringt, aber dafür auch ein bisschen was kostet. Ich bekomme immer noch Anfragen, ob ich nicht einfach die Texte von der alten Website ein bisschen umformulieren kann. Wenn überhaupt Texte vorhanden sind, manchmal habe ich auch gar keine Inhalte. Dann muss ich das Gespräch mit dem Auftraggeber suchen und um Inhalte betteln – das ist sehr anstrengend.

4. Um welche Texte oder Projekte kümmerst Du Dich am liebsten?

Ich mag meine Stammkunden, für die ich regelmäßig Texte schreibe, in deren Themen ich eingearbeitet bin und bei denen es selten Korrekturen oder Unklarheiten gibt. Doch am liebsten habe ich kreative Herausforderungen, die vielleicht gar nichts mit Text zu tun haben. Als ausgebildeter Kreativ-Konzeptioner entwickle ich gern ein Marketingkonzept für einen Online-Shop, eine Facebook-Kampagne für ein neues Produkt oder den Story-Leitfaden für eine Ausstellung.

5. Bei Texter und Talente wirst Du „der Konzeptioner“ genannt. Wie kam es dazu und was bedeutet der Nickname für Dich?

In Frankfurt habe ich als Konzeptioner in einer Eventagentur gearbeitet und nebenbei ein Aufbaustudium zum Kreativ-Konzeptioner absolviert. In dieser Zeit habe ich Veranstaltungen, Kampagnen und Markenerlebnisse entwickelt. Als Freelancer übertrage ich diese Fähigkeit seit 2016 auf das Online-Marketing.

Meine Stärke ist der Blick fürs große Ganze – anhand dessen strukturiere ich die Inhalte. Am liebsten steige ich schon beim Kick-off in ein Projekt mit ein und entwickle ein grundlegendes Konzept für die Website, den Online-Shop oder die Social-Media-Kampagne. Dann zieht sich auch ein roter Faden durch alle Inhalte.

6. Woher nimmst Du Deine Ideen?

Die besten Ideen kommen im gemeinsamen Brainstorming – davon bin ich überzeugt. Hier zu Hause kann ich nur kreativ werden, wenn ich mir die nötige Ruhe und den Freiraum dafür nehme. Deshalb fallen mir die besten Ideen auch unter der Dusche ein – meine täglichen zehn Minuten Wellness. Ich nehme mir auch regelmäßig Fragestellungen mit in die Sauna, das ist meine persönliche Kreativ-Werkstatt.

7. Welche Bücher, Podcasts oder Blogs inspirieren Dich?

Das Schreiben habe ich mir im ersten Schritt über Fachbücher angeeignet. So bin ich auch auf die Idee gekommen ein Theaterstück zu schreiben – ich habe ein Buch dazu gelesen. Auf meinem Weg zum professionellen Texter haben mich folgende Bücher ganz besonders inspiriert:

 

  • Dramatisches Schreiben – Lajos Egri
  • Schreiben fürs Fernsehen – Vivien Bronner
  • 20 Masterplots – Ronald B. Tobias
  • Handwerk Humor – John Vorhaus
  • Qualityland – Marc-Uwe Kling

 

Das letzte Buch ist kein Fachbuch, sondern ein Roman, den ich gern geschrieben hätte. 😉

Konzeptioner Stani Tellow im Interview bei Texter und Talente.
Konzeptioner Stani Tellow im Interview bei Texter und Talente.

8. Welche Visionen hast Du für Dein Unternehmen?

Langfristig möchte ich nicht nur selbst hochwertigen Content produzieren, sondern mein Know-how aus dem Online-Marketing zum Beispiel als Berater, Coach oder Dozent weitergeben. Allein an meinem Schreibtisch kann ich zwar sehr effizient arbeiten, doch mir fehlt der Kontakt zu anderen Menschen.

9. Welche Pläne hast Du konkret noch für dieses Jahr?

Eigentlich wollte ich dieses Jahr erste Kurse als VHS-Dozent durchführen, doch Corona lässt dies nicht zu. Also möchte ich 2020 mindestens einen Online-Kurs erstellen und diesen auf entsprechenden Plattformen anbieten.

10. Wo trifft man Dich, wenn Du nicht am Schreibtisch sitzt?

Zunächst einmal stehe ich die meiste Zeit an meinem höhenverstellbaren Schreibtisch, da das sonst mein Rücken nicht lange mitmachen würde. Zwischendurch bin ich mit meinem Hund rund um Horas unterwegs und abends öfter auf Spieleabenden in Fulda anzutreffen. Oder eben in der Sauna.

 


Headerbild von NikolayFrolochkin auf Pixabay