Wie hat Corona unser Netzwerk verändert?
Texter und Talente

Wie hat Corona unser Netzwerk verändert?

So haben wir die Herausforderungen als Freelancer gemeistert.

Im Mai sind wir mit unserer Website online gegangen – mitten in der Corona-Zeit. Ein paar Wochen zuvor hatten wir uns noch zum geselligen Fotoshooting bei Uli Mayer in Maberzell getroffen, haben Sekt getrunken, mit verschiedenen Requisiten rumgeblödelt und Gruppenfotos geschossen – auch heute noch undenkbar.

Gerade sind Sommerferien in Hessen, da läuft unsere Netzwerkarbeit sowieso ein bisschen auf Sparflamme. Aber eigentlich lebt unser Netzwerk vom regelmäßigen Austausch. Von persönlichen Kontakten. Vom miteinander Diskutieren und Lachen. Und das ist seit März nur noch online möglich.

Die Herausforderung eines strukturierten Alltags

Unabhängig vom Netzwerk hatte jeder von uns fünf Freelancern seine ganz eigenen Herausforderungen während der Corona-Zeit zu bewältigen. Bei dem einen sind alle Aufträge schlagartig weggebrochen, der andere konnte sich vor kurzfristigen Anfragen seiner Kunden zur Krisenkommunikation kaum retten. Vier von uns mussten ihre Arbeitszeit plötzlich mit der Kinderbetreuung unter einen Hut bringen – doppelte Belastung über viele Wochen hinweg – und ich habe trotz Corona geheiratet.

Themen wie Soforthilfe, bedingungsloses Grundeinkommen und ausbleibende Zahlungen unserer Kunden wurden von uns per WhatsApp und Slack diskutiert. Und in all dem Trubel haben wir trotzdem an unserem Plan festgehalten, im Mai mit unserer Website online zu gehen und unser Netzwerk endlich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir dachten uns: Aktuell sitzen so viele Leute zu Hause vor dem Rechner und sind vielleicht mal ganz froh über Neuigkeiten, die nichts mit Corona zu tun haben. Diese Chance wollen wir für uns nutzen.

Mundschutz-Pflicht im Alltag, solche Themen haben uns Texter durch Corona ganz schön gefordert.

Persönlicher Austausch ist unser Fundament

Eigentlich entwickelte sich die Idee für unser Netzwerk aus einem Stammtisch für Fuldaer Texter. Dementsprechend ist der persönliche Austausch die Grundlage für unsere Netzwerkarbeit. Vor Corona haben wir uns regelmäßig zum gemeinsamen Frühstück getroffen und dabei unsere Website geplant, Aufgaben verteilt und Entscheidungen gefällt. Ohne diese persönlichen Treffen wäre unsere Website heute wahrscheinlich noch nicht online. Ohne diese Treffen gäbe es noch nicht mal Texter und Talente.

Deshalb mussten wir – wie alle anderen Unternehmen auch – nach Möglichkeiten der Online-Kommunikation Ausschau halten, um unsere Arbeit als Netzwerk fortführen zu können. Und genauso wie alle anderen Unternehmen auch hat uns das vor technische Herausforderungen gestellt. Wir haben es mit Google Hangouts (ja, das gibt es tatsächlich noch) versucht, an Zoom haben wir uns aufgrund von Datenschutz und Zeitbeschränkung gar nicht erst rangetraut und am Ende sind wir doch beim guten alten Skype gelandet (ja, das gibt es auch noch). Zumindest konnte dafür jeder noch einen Account herauskramen. Einen Vorteil hatten wir als Freelancer-Netzwerk jedoch im Vergleich zu einem Unternehmen: Wir sitzen alle schon im Homeoffice und mussten uns diesbezüglich nicht neu organisieren.

Weniger Zeit, effizienter kommunizieren

Arbeitstreffen des Netzwerks Texter und Talente vor Corona

Spoiler-Alarm: Statt vier Stunden zum Frühstück haben wir uns nur noch ein bis zwei Stunden am Abend nach 20 Uhr getroffen, wenn die Kinder im Bett waren. Dann kamen einige von uns überhaupt erst so richtig zum Arbeiten und haben sich trotzdem noch Zeit für unsere Website, Facebook, Pressemeldung und allem drumherum genommen.

Unsere Gespräche wurden wesentlich kürzer. Zum einen läuft die Unterhaltung über Skype nicht so flüssig wie ein persönliches Gespräch, zum anderen hatten wir nur wenig Zeit zur Verfügung. Also mussten alle relevanten Punkte auf der Agenda möglichst schnell abgehakt und verteilt werden. Obwohl die Kommunikation erschwert war, haben wir uns effizienter ausgetauscht. Daran zeigte sich, dass wir schon vor Corona sehr gute interne Strukturen aufgebaut haben.

Wie geht es eigentlich den anderen?

Und wie ging die Geschichte nun aus? Das wissen wir noch nicht, denn wir haben uns seit fünf Monaten nicht mehr gesehen. Und während uns der persönliche Austausch unter Kollegen als Grundlage für unser Netzwerk extrem fehlt, haben wir uns in den vergangenen Monaten über alle möglichen anderen Kanäle so intensiv ausgetauscht wie selten zuvor.

Bloß die persönlichen Geschichten kamen dabei eigentlich immer zu kurz. Ich kenne nur die größten Highlights und Probleme meiner Netzwerk-Kollegen, für den Rest war keine Zeit. Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn wir bald wieder zusammensitzen und uns auch mal wieder über andere Themen als Website und Corona austauschen.

Unsere Corona-Zeit im Überblick

  • 21. Januar – Fotoshooting für unsere Website
  • 26. Februar – Letztes persönliches Netzwerk-Treffen
  • 24. März – Erstes Netzwerk-Treffen via Skype
  • 27. April – Wir erstellen unsere Facebook-Seite
  • 02. Mai – Stani heiratet ohne Gäste
  • 04. Mai – Unsere Website geht online
  • 14. Mai – Steffi wird 40 Jahre alt & unser erster Presseartikel erscheint
  • 06. Juli – In Hessen öffnen die Kitas & die Sommerferien beginnen

 

 

Denn das ist der eigentliche Grund, warum wir dieses Netzwerk gegründet haben: Damit wir uns auch über Buchhaltung, Künstlersozialkasse und Umsatzsteuersenkung unterhalten können. 😉

Bildquelle:

Pixabay / Alexas Fotos, Pixabay / Willfried Wende, eigenes Foto